Wer viel trainiert, der mutet seinem Körper erhebliche Belastungen zu. Das betrifft einerseits den passiven Bewegungsapparat in Form von Bändern, Sehnen und Gelenken, kann andererseits aber auch die Muskulatur betreffen. Und so ist es keine Seltenheit, dass Kraftsportler und Bodybuilder von schmerzhaften Verspannungen heimgesucht werden, die sich zu allem Verdruss auch noch als sehr hartnäckig herausstellen. Schuld an den Beschwerden, die das Training nicht selten zur Qual machen, ist oft ein zu hoher Muskeltonus. Was aber hat es damit auf sich und was kann man dagegen tun?

Warum verursacht ein zu hoher Muskeltonus Beschwerden?


      

Hinter dem Begriff Muskeltonus verbirgt sich nichts anderes als der Spannungsgrad der Muskulatur. Grundsätzlich unterscheiden Mediziner dabei zwischen dem aktiven und dem passiven Muskeltonus. Während der passive Muskeltonus auf die Zusammensetzung der Muskelfasern und die anatomische Lage des jeweiligen Muskels zurückzuführen ist, beschreibt der aktive Muskeltonus die Muskelspannung, die durch die Innervation der Muskulatur gesteuert wird. Die aktive, durch Kontraktionsbewegungen erzeugte Muskelspannung ist es auch, die uns Menschen die Fortbewegung ermöglicht.

Ohne eine gewisse Grundspannung in der Muskulatur wären wir sogar nicht einmal dazu in der Lage uns aufrecht zu halten. An dieser Stelle kommen wir der Wurzel des Problems bereits etwas näher, denn durch die fortwährende Trainingsbelastung und gleichzeitig zu kurze Ruhephasen, sprich Übertraining, kann sich der Muskeltonus mitunter stark erhöhen. Somit steht die Muskulatur auch im Ruhezustand unter einer sehr hohen Spannung, die im wahrsten Sinne des Wortes zu schweren Verspannungen führt. Ein hoher Muskeltonus geht daher oft auch mit einer erhöhten Krampfneigung einher.

Wie werde ich die Verspannungen wieder los?

Sofern ein zu hoher Muskeltonus tatsächlich auf die Trainingsbelastung zurückzuführen ist, lässt sich dieser vergleichsweise schnell wieder loswerden. Um die Spannung aus dem Gewebe zu nehmen, eignen sich vor allen statische und dynamische Dehnübungen für die verspannten Muskelpartien. Auch die Behandlung mit Wärme ist in der Regel sehr effektiv, wobei es dem persönlichen Geschmack überlassen bleibt, ob die Wahl auf Rotlicht, einen Saunabesuch oder ein heißes Vollbad fällt.

Da es meist nicht mit einer einzigen Behandlung getan ist, müssen sowohl die Dehnübungen als auch die Wärmebehandlungen mehrmals pro Woche wiederholt werden. Nach sieben bis zehn Tagen sind die Beschwerden dann meist Geschichte. In härteren Fällen empfiehlt sich der Gang zu einem Sportmasseur oder einem Physiotherapeuten. Sollten die Verspannungen trotz Behandlung und ausreichenden Trainingspausen immer wieder auftreten, ist ein Check-up beim Arzt zu empfehlen. Ein dauerhaft zu hoher Muskeltonus kann nämlich auch krankheitsbedingte Ursachen haben.



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