Wenn du dich schon eine Weile mit dem Krafttraining und dem Muskelaufbau beschäftigst, wirst du mit Sicherheit schon einiges über den Einsatz von Kreatin erfahren haben. In diesem Artikel wollen wir einmal einen Blick hinter die Fassade werfen und uns kurz der Frage widmen, warum uns Kreatin überhaupt stärker macht und damit beim Muskelaufbau unterstützt.

Alles steht und fällt mit ATP


      

Bevor wir uns dem Zauberwort „ATP-Resynthese“ widmen, bedarf es einer Einführung in die Energiebereitstellung. Damit Muskelarbeit geleistet werden kann, benötigt unserer Körper Energie, die er aber nicht direkt aus Kohlenhydraten, Proteinen und Fetten beziehen kann. Diese Makronährstoffe müssen zunächst in den Muskelbrennstoff ATP (Adenosintriphosphat) umgewandelt werden, der von den Zellkraftwerken (Mitochondrien) direkt verwertet werden kann. Um eine stetige Leistungsbereitschaft des Körpers zu garantieren, verfügt unsere Muskulatur über einen beschränkten ATP-Speicher, auf den der Körper bei Belastungen zuerst zugreift. Sobald der ATP-Speicher nach ca. 8-10 Sekunden erschöpft ist, muss der Organismus aus anderen Energieträgern ATP herstellen, damit die Muskulatur weiterarbeiten kann.

Was hat es mit der ATP-Resynthese auf sich?

Da sich die ATP-Speicher während jeder Belastung entleeren und die Muskulatur lediglich ATP direkt verarbeiten kann, braucht es für die maximale Leistungsentfaltung einen Rückgewinnungsprozess, die ATP-Resynthese. Im Rahmen der ATP-Resynthese wird ATP mit Hilfe von Kreatinphosphat, das ebenfalls zu einem gewissen Teil in der Muskulatur gespeichert werden kann, zurückgewonnen. Je mehr Kreatinphosphat dem Organismus dabei zur Verfügung steht, desto schnell kann dieser ATP zurückgewinnen. Dies geschieht vereinfacht gesagt durch die Wiederaufladung eines ADP-Moleküls (Adenosindiphosphat), das durch die Abspaltung eines Phosphats während der Energiegewinnung entsteht. Dieses im übertragenen Sinne entladene Molekül wird mit Hilfe von Kreatinphosphat wieder zu ATP aufgeladen, sodass die Muskulatur das gewonnene ATP abermals für die Muskelarbeit verwenden kann.

Wie kann ich mit Kreatin die ATP-Resynthese und den Muskelaufbau beeinflussen?

Da für optimale Muskelaufbaureize hochintensive Belastungen in kurzen Zeiträumen von maximal 25-30 Sekunden nötig sind, ist ein voller Kreatinphosphatspeicher wichtig. Notwendig ist dies, damit dem Körper so schnell wie möglich wieder ATP zur Verfügung steht. Die Einnahme von Kreatin in Form von Monohydrat, Kre-Alkalyn oder anderweitigen Produkten hilft dabei, die Kreatinphosphatspeicher in der Muskulatur aufzufüllen und deren Kapazität sogar zu vergrößern. Laut wissenschaftlichen Studien ist die Einnahme von rund 3 Gramm Kreatin pro Tag bereits ausreichend, um die Größe der körpereigenen Kreatinphosphatspeicher zu erhöhen und die Kraftleistung signifikant zu steigern. Der dadurch gesetzte Reiz wirkt sich wiederum positiv auf den Muskelaufbau aus.



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